Jugendpastoral für seelisch gesunde Kinder

Fachtagung Jugendpastoral sensibilisiert Mitarbeitende der Jugendarbeit für Umgang mit mentalen Belastungen bei jungen Menschen
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Abschlussimpuls der Fachtagung Jugendpastoral 2026 in der Kapelle der KSHG in Münster mit der Geistlichen Begleiterin Franzis Niehoff Foto: Christopher Kalfhues, Sachgebiet Jugendpastoral

Bei der Fachtagung Jugendpastoral in Münster haben sich rund 100 Mitarbeitende der katholischen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit damit beschäftigt, wie sie die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern können. Das Programm der Fachtagung Jugendpastoral umfasste wissenschaftliche Vorträge, geistliche Impulse und eine Reihe von praxisbezogenen Workshops. 

Unter dem Motto: „Zwischen Druck und Aufbruch – Jugendarbeit als Beitrag zur seelischen Gesundheit“ bot die Fachtagung Jugendpastoral am 24. September in Münster ein Forum für die Ursachen der vermehrt auftretenden mentalen Belastungen von Kindern und Jugendlichen sowie die daraus folgenden Ansätze der katholischen Jugendarbeit. 

 

Krisen, Ängste, Einsamkeit – wie geht es jungen Menschen?

Anhand der Ergebnisse der COPSY-Langzeitstudie brachte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungssektion „Child Public Health" am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Ann-Kathrin Napp, zunächst Licht in die Entwicklung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den letzten fünf Jahren: „Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich seit der Pandemie noch nicht vollständig erholt. Gleichzeitig prägen neue Krisen und Zukunftssorgen ihren Alltag.“

Dass Ängste, hohe Erwartungen an sich selbst und Selbstzweifel den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher prägen, beobachten die Mitarbeitenden der Jugendpastoral auch in ihrem Arbeitsalltag. Sie erleben junge Menschen, die unter Einsamkeit leiden, Erschöpfungszustände zeigen oder exzessiv Medien konsumieren.

Von ihren Erfahrungen im Klinikalltag berichtete Dr. Sylvia Boschin, Oberärztin der Station Helena in der Don Bosco Klinik in Münster: „Ängste bei Kindern und Jugendlichen sind ein Phänomen, dem wir in der Jugendarbeit und der Schulseelsorge häufig begegnen.“ Die Teilnehmenden lernten von ihr die Unterschiede erkennen zwischen normalen, entwicklungsbedingten Ängsten und Ängsten, bei denen es sinnvoll sei, professionelle Hilfe hinzuzuziehen.

Referentinnen hoben die Bedeutung von unterstützenden Angeboten und Methoden der Resilienz zur Überwindung übermäßiger Ängste bei Kindern und Jugendlichen hervor. Verlässliche Beziehungen, soziale Unterstützung und das Erleben von Selbstwirksamkeit könnten junge Menschen schützen und sie an den Herausforderungen unserer Zeit wachsen lassen.

Hier liegt auch der Ansatzpunkt für die Fachkräfte der Kirche: „Das Herzstück einer hilfreichen Jugendpastoral sind hauptberuflich Mitarbeitende, die jungen Menschen mit Optimismus, Wertschätzung und Verlässlichkeit begegnen. Gerade belastete Jugendliche brauchen Erwachsene, die ihnen Mut machen, ohne ihre Herausforderungen zu verharmlosen, und die ihnen das Vertrauen schenken, dass positive Entwicklungen möglich sind,“ so Beate Willenbrink, Leiterin des Sachgebiets Jugendpastoral im Bistum Münster und eine der Organisator*innen der Tagung. 

 

Impulse für die Praxis mit Kindern und Jugendlichen

Nach den inhaltlichen Impulsen am Vormittag standen für die Teilnehmenden der Fachtagung Jugendpastoral am Nachmittag praxisorientierte Workshops auf dem Programm. Diese beschäftigten sich mit verschiedenen Facetten der Jugendarbeit, zum Beispiel Resilienzfaktoren, Verhalten bei Anfeindungen, unterstützender Identitätsentwicklung und dem Erkennen von medialen Risikobereichen. 

„Manche junge Menschen fühlen sich nicht richtig gesehen. Seelsorge bedeutet in meinen Augen Orte und Gelegenheiten zu schaffen, wo sie sich gesehen fühlen und an ihrer Seite zu sein – gerade wenn es schwierig wird,“ formulierte es die Geistliche Begleiterin und Internatsseelsorgerin der Loburg, Franzis Niehoff, wie ein Fazit der Fachtagung Jugendpastoral.

Oder wie eine Teilnehmerin sagte: „In der Kinder- und Jugendarbeit können wir Begegnungsorte für junge Menschen bieten, in denen sie einfach sein können, wie sie sind. Diese Orte können wir gestalten, ohne dass uns die KI den Rang abläuft.“

„Mit der Fachtagung Jugendpastoral haben wir einen zentralen Nerv der aktuellen Jugendarbeit getroffen. Die große Teilnehmendenschaft und die positive Resonanz auf die Inhalte zeigen, wie relevant die Befassung mit der psychischen Gesundheit junger Menschen ist. Wir brauchen Fortbildungen wie diese, um einen Raum für fachlichen Austausch zu schaffen und unsere Angebote zielgerichtet auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen auszurichten,“ betonte die Diözesanvorsitzende des BDKJ Diözese Münster, Chiara Beyer.

Die Fachtagung Jugendpastoral ist eine Kooperationsveranstaltung vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözese Münster e.V. und dem Sachgebiet Jugendpastoral im Bischöflichen Generalvikariat Münster.