Tausende setzen in Münster Zeichen der Vielfalt gegen AfD

Ein Zeichen für Vielfalt und ein friedliches Zusammenleben haben mehrere tausend Menschen am 10. Februar 2017 auf dem Prinzipalmarkt in Münster gesetzt. Parallel hielt die rechtspopulistische AfD einen Empfang in Münsters Rathaus ab. Zur Gegenkundgebung kamen nach Polizeiangaben mehr als 8.000 Teilnehmer.

Dort hielten unter anderem die Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) BDKJ Münster, Kerstin Stegemann und Johannes Wilde, eine gemeinsame Ansprache. „Wir stehen heute hier, weil wir beweisen wollen, dass rechte Parolen in Münster keine Chance haben“, sagte Stegemann. Hetze dürfe nicht wieder salonfähig werden. Die Ansicht einiger Rechter, sie verteidigten das christliche Abendland gegen Migranten und Flüchtlinge, wies Wilde zurück: „Aus unserem christlichen Glauben heraus sind wir überzeugt davon, dass jeder Mensch gleich viel wert ist – egal, wo er geboren wurde, welche Hautfarbe oder Religion er hat.“ Die AfD dürfe nicht für sich beanspruchen, zu definieren, was christliche Werte sind.

Die Partei wolle nicht alle gleich behandeln, sondern „den Menschen vorschreiben, wer seine Religion hier wie ausleben darf“, erinnerte der BDKJ-Vorsitzende. Mit Blick auch auf Flüchtlinge sagte er, die AfD gestehe nicht allen Menschen die Lebensumstände zu, „die sie für sich selber einfordert“. Für Katholiken dagegen sei es „selbstverständlich“, Menschen in Not Schutz zu bieten, ergänzte Stegemann. Dabei werde nicht unterschieden, ob jemand Kriegsflüchtling sei oder „seine Familie nicht mehr ernähren konnte“. Deutschland dürfe sich nicht abschotten.

Die BDKJ-Vorsitzenden hielten den Rechtspopulisten „platte Antworten auf komplizierte Fragen“ vor. Es könne keine Lösung sein, „bestimmten Bevölkerungsgruppen die Schuld“ zuzuweisen. Auch die Politik könne nicht alle Probleme lösen. Vielmehr habe jeder es selbst in der Hand, die Welt zu einem besseren Ort zu verändern.

Johannes Wilde verwies auf die katholischen Jugendverbände im Bistum, in denen sich nach seinen Worten 75.000 junge Menschen engagieren. Kerstin Stegemann erneuerte die Einladung an Flüchtlinge, zu Gruppenstunden und Angeboten der katholischen Jugend zu kommen: „Jeder Mensch ist wertvoll, einfach, weil er Mensch ist.“ In einem freien Miteinander zähle jeder: „Wir denken bunt!“

Zur Kundgebung gegen den AfD-Empfang hatte ein breites Bündnis eingeladen, federführend die Initiative „Keinen Meter den Nazis“.

((Quellenangabe)) Text: Michael Bönte und Jens Joest, www.kirche-und-leben.de