Mehr Freiräume für junge Menschen!

Katholische Jugendverbände in NRW unterstützen das „Bündnis für Freiräume“

Die Jugendverbände in Nordrhein-Westfalen haben im Herbst 2013 den Landesjugendring NRW beauftragt, ein »Bündnis für Freiräume« zu initiieren. Wie die Kolpingjugend im Diözesanverband Münster haben sich bereits viele Organisationen und Personen dem Bündnis für Freiräume angeschlossen – darunter neben Vertretern aus Verbänden und der Politik auch Kinder- und Jugendmediziner. Sie alle sind sich einig, dass der erhöhte Leistungsdruck und der Mangel an Zeit, über die Kinder und Jugendliche selbstbestimmt verfügen können, sie in ihrer Entwicklung beinträchtigen. Um jungen Menschen wieder mehr Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung zu geben, lauten die Forderungen des Bündnisses: Entschleunigung, mehr Zeit und mehr Raum für Kinder und Jugendliche!

Mit sehr konkreten Wünschen zur Ausgestaltung der Rahmenbedingungen im Alltag von Schülern, Auszubildenden und Studenten gibt das Bündnis der Politik eine Reihe von Hausaufgaben auf, etwa Alternativen zum Turbo-Abi in acht Jahren zu schaffen, die verschulte Zeit auf maximal 35 Stunden pro Woche zu begrenzen und öffentliche Plätze jugendgerecht zu gestalten. Frei verfügbare Zeit und geschützte Räume für Kinder und Jugendliche – beides sind unverzichtbare Voraussetzungen für das Engagement in Jugendverbänden oder anderen gesellschaftlichen Bereichen.

„Die katholischen Jugendverbände nehmen den erhöhten Mangel an Freizeit bei ihren Mitgliedern deutlich wahr, nicht so sehr in Form eines Mitgliederschwundes, sondern etwa darin, dass verantwortungsvolle, zeitintensivere Ehrenämter schwieriger zu besetzen sind, “ erläutert Johannes Wilde, Diözesanvorsitzender des BDKJ Münster. „Wir unterstützen die Forderungen des Bündnisses, weil sie darauf abzielen, dass junge Menschen sich in anderen Kontexten als der Schule ausprobieren können.“

Dabei ist zum Beispiel die Forderung danach, die vorlesungsfreie Zeit für Studenten in die Sommerferien zu legen, nicht neu. Sie wird schon seit vielen Jahren vorgetragen, um den unverzichtbaren Einsatz der ehrenamtlichen Gruppenleiter bei Ferienfreizeiten zu vereinfachen. Und auch die KjG setzt sich bereits seit 2014 mit ihrer Kampagne „35 Stunden und keine Minute mehr“ für die Begrenzung der für schulische Bildung benötigten Zeit – Hausaufgaben inbegriffen – und die Koordinierung eines einheitlichen schulfreien Nachmittages ein.

Mit dem Bündnis für Freiräume werden die vielfältigen Forderungen gebündelt – und sind so schwerer zu überhören. Dafür, in der Landespolitik gehört zu werden, setzt sich der Landesjugendring auch mit seiner Initiative „umdenken-jungdenken!“ ein und ermutigt die Jugendlichen zu einmischender Jugendpolitik. Denn die Folgen politischer Entscheidungen betreffen junge Menschen ganz besonders: In ihrer täglichen Lebenswirklichkeit, aber auch noch bis weit in die Zukunft. „Die Politik muss die Interessen von Kindern und Jugendlichen endlich stärker berücksichtigen, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die ausreichend Freiraum für neue Ideen, Kreativität und gesellschaftliches Engagement ermöglichen“, fordert Wilde.

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