Vom Nebeneinander zum Miteinander

Fachtagung Jugendpastoral vermittelt praktisches Fachwissen für die Kinder- und Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten
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Bildunterschrift: Zu Beginn der Fachtagung Jugendpastoral konnten die Teilnehmer ihr Wissen rund um das aktuelle Thema Flucht testen.

Die Integration von Geflüchteten ist eine urchristliche Aufgabe. Dabei stellt die Arbeit mit jungen Geflüchteten die Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Münster aktuell vor eine große Herausforderung. Mit ihrer diesjährigen Fachtagung Jugendpastoral haben die Abteilung für Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene des Bistums Münster und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözese Münster in der Heimvolkshochschule Gottfried Könzgen in Haltern anwendbares Wissen vermittelt und konkrete Hilfestellungen für die pädagogische, soziale und pastorale Arbeit gegeben.

Den Vormittag der Fachtagung gestalteten Dr. Antonius Hamers, Priester und Leiter des Katholischen Büros NRW in Düsseldorf, und Prof. Dr. Kemal Bozay, Vertretungsprofessor für Angewandte Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaften an der FH Dortmund, mit ihren Vorträgen. Hamers verdeutlichte, dass die Integration zum Grundauftrag der Katholischen Kirche gehört.

Er verwies dazu auf die christlichen Grundprinzipien der Menschenwürde, Gastfreundschaft, Nächstenliebe und Barmherzigkeit und führte die vom Zweiten Vatikanischen Konzil formulierte Erklärung Nostra Aetate an. Mit deren letztem Satz stellt sich die katholische Kirche gegen jede Diskriminierung und jeden Gewaltakt gegen einen Menschen um seiner Rasse oder Hautfarbe, seines Standes oder seiner Religion willen. „Aus der christlichen Haltung heraus gilt es, Hass und undifferenzierten Aussagen in der Gesellschaft entgegenzutreten“ unterstrich Hamers. „Es ist unsere Aufgabe, uns gesellschaftlich zu engagieren und politische Prozesse zu beeinflussen.“

„Der Willkommenskultur muss eine Willkommensbewegung folgen“, erläuterte Dr. Kemal Bozay in seinem anschließenden Vortrag. Darin ging er auf die aktuellen Herausforderungen für die Kinder- und Jugendarbeit ein, die mit der Heterogenität der Gruppe der Geflüchteten einhergehen. Er stellte heraus, dass die interkulturelle Öffnung eine Pflichtaufgabe in einer modernen Gesellschaft und insbesondere für die Jugendpastoral und Jugendsozialarbeit darstellt und die Angebotsstrukturen auf die neue Zielgruppe angepasst werden müssten. Gleichzeitig betonte er die Potenziale, die die interkulturelle Begegnung und der Zuzug junger Menschen bergen. In der Diskussion mit den Teilnehmern der Veranstaltung ging Bozay auf konkrete Möglichkeiten ein, wie junge Geflüchtete in der Kinder- und Jugendarbeit eingebunden werden können. Er erklärte, dass Partizipation dann gelinge, wenn gemeinsame Räume geschaffen und verbindende Elemente wie Sport und Musik genutzt würden.

Nach einem gemeinsamen Friedensgebet in der Kapelle der Heimvolkshochschule, das der Diözesanjugendseelsorger und BDKJ-Präses Hendrik Drüing zusammen mit der Geistlichen Leiterin des BDKJ Münster, Susanne Deusch, gestaltete, standen am Nachmittag Experten-Workshops in Kleingruppen auf dem Programm. Darin ging es um den Umgang mit Vorurteilen und rassistischen Tendenzen, Interreligiösen Dialog, Interkulturelle Begegnungen und den Umgang mit Hass im Netz. Die Teilnehmer lobten, dass sie sowohl aus den Vorträgen als auch den Workshops wichtiges Handwerkszeug für ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten. „So einen Fachtag müsste es häufiger geben“, zog der Teilnehmer Marvin Buchecker vom Jugendwerk Reken e.V. Bilanz.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag des Kabarettisten Urs von Wulfen, in dem er mit viel Humor auf die Bedeutung christlicher Feste und die zahlreichen Gemeinsamkeiten von Christen und Muslimen einging.

Text und Foto: BDKJ Diözese Münster