Stammtischparolen richtig Kontra geben

Offener Abend und Workshop im Areopag Recklinghausen
Im Areopag Recklinghausen diskutierten im Februar 25 junge Erwachsene über den richtigen Umgang mit Stammtischparolen.

Wie reagieren, wenn die Tante beim Kaffeetrinken gegen Flüchtlinge wettert, der Kumpel abwertend über Frauen spricht, in der Kneipe ausländerfeindliche Sprüche gebracht werden? Um den richtigen Umgang mit Stammtischparolen ging es am Abend des 24. Januars im Areopag in Recklinghausen. Zum offenen Austausch und Workshop mit Diversity-Trainerin Patricia Karuhtz hatten die Abteilung für Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene des Bistums Münster und der BDKJ Diözese Münster e.V. gemeinsam mit dem Projekt 2 und dem Areopag Recklinghausen eingeladen.

25 Teilnehmer/-innen aus Jugendverbänden, den umliegenden Gemeinden, von YoungCaritas und regelmäßige Besucher des Areopag kamen, um sich Strategien für diese unangenehmen Gesprächssituationen anzueignen. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass sie es als schwierig empfinden, sich gegen Stammtischparolen zu äußern. Doch klar war auch: Schweigen wird als Zustimmung verstanden. Umso wichtiger bewerteten es die überwiegend jungen Erwachsenen, ihren Standpunkt zu vertreten, um derartige Parolen nicht gesellschaftsfähig werden zu lassen.

Gemeinsam mit der Referentin Patricia Karuhtz wurden Stammtischparolen definiert und an den Merkmalen deutlich gemacht, warum sie häufig so erfolgreich wirken und es nicht leicht ist, etwas entgegenzusetzen. Dazu trägt etwa bei, dass die Aussagen emotional, unkonkret und verallgemeinernd gestaltet und oft durch vermeintlich persönliche Erfahrungen angereichert sind. Zudem werden sie in aller Regel dann geäußert, wenn sich die Personen in der Überzahl und damit sicher fühlen.

Im Anschluss entwickelten und diskutierten die Teilnehmer/-innen Gegenstrategien. Der BDKJ-Vorsitzende Johannes Wilde war sehr zufrieden mit dem Ablauf und den erarbeiteten Ergebnissen. „Es wurde angeregt diskutiert und jeder hat sicher etwas für seinen Alltag mitgenommen“, zieht er als Fazit. Die Veranstaltung in Recklinghausen war der zweite Teil der Veranstaltungsreihe „denke bunt!“, mit der sich die Veranstalter für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen.

Foto und Text: BDKJ Münster, 26.01.2017