Genn: Katholisch sein heißt nicht Ausgrenzung!

Bischof diskutierte in Gemen mit Vertreterinnen und Vertretern der Jugendverbände
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Genn: Katholisch sein heißt nicht Ausgrenzung!
Personen von links nach rechts: Paul Schroeter (Kolpingjugend), Anne Kersjes (Katholische junge Gemeinde, KjG), Bischof Dr. Felix Genn, Lukas Tekampe (Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDKJ) und Miriam Hewing (Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, PSG).

Münsters Bischof Dr. Felix Genn hat junge Christinnen und Christen am Montagabend aufgerufen, weiterhin für ihren Glauben und ihr Engagement einzustehen: „Glaube wächst immer nur mit Personen, die Zeugnis geben“, sagte Genn bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der katholischen Jugendverbände auf der Jugendburg Gemen.

Die Verbandsvertreter und der Bischof diskutierten unter anderem darüber, dass kirchliches Engagement unter jungen Menschen oft als „uncool“ und „gestrig“ gilt. Genn rief die Verantwortlichen für die Jugendarbeit dazu auf, den Mut nicht zu verlieren: „Vieles von dem, was Ihr Kindern und Jugendlichen gebt, könnt Ihr noch gar nicht übersehen.“ Gerade in der katholischen Jugendverbandsarbeit könnten junge Menschen Gemeinschaft und Halt erleben. „Ich bin die Negativbilder leid“, formulierte Genn. Lieber schaue er auf diejenigen, die etwas bewegten, „und dazu gehört auch Ihr“. Ausdrücklich lobte der Bischof das internationale Engagement vieler Jugendverbände wie beispielsweise in Indien, Uganda oder Bolivien.

Die Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Jugendverbände kamen mit dem Bischof auch über die Offenheit für unterschiedliche Lebensentwürfe in ihren Verbänden ins Gespräch. „Die können bei uns ihren Platz haben, ohne dass wir unsere Prinzipien aufgeben müssen“, erläuterte Genn. Katholisch zu sein, bedeute nicht Ausgrenzung. Im Gegenteil seien christliche Werte wie Toleranz und Gemeinschaft wichtig und könnten helfen, junge Menschen näher an Glauben und Kirche heranzuführen. „Ich würde niemanden, der das nicht will, zwingen, in einem Ferienlager einen Gottesdienst zu besuchen“, meinte der Bischof. Aber man müsse erklären, wieso die gemeinschaftliche Feier des Gottesdienstes wichtig sei. Nur weil jemand der Religion kritisch gegenüber stünde, müsse man die eigene Identität und Spiritualität nicht aufgeben.

Text und Foto: Thomas Mollen, BDKJ Diözese Münster