Freiwilligendienste verdienen Wertschätzung

Freiwillige im FSJ und BFD diskutierten in Münster mit Politikern über Anerkennung und Mehrwert
Die Gäste aus der Politik und Moderation (v.l.n.r.): Robert von Olberg (SPD), Jürgen Coße (MdB, SPD), Moderatorin Kerstin Stegemann (BDKJ Münster), Jörg Berens (FDP), Moritz Körner (Junge Liberale NRW), Maria Klein-Schmeinck (MdB, B90/Grüne), Karl-Josef Laumann (MdB, CDU), Sybille Benning (MdB, CDU), Kathrin Vogler (MdB, Die Linke).

„Mehr Anerkennung für Freiwilligendienste!“ – unter diesem Motto diskutierten am Mittwoch, 05.04.2017, rund 90 Freiwillige beim Polit-Talk der Freiwilligen Sozialen Dienste (FSD) im Bistum Münster gGmbH mit Politikern aus Bund, Land und Kommune in Münster. Die jungen Erwachsen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) forderten die Politiker auf, sich direkt zu ihren Themen und Forderungen zu positionieren. „Einsatzstellen dürfen Freiwillige nicht ausbeuten, sondern sollten sie fördern und für den Beruf begeistern!“, resümierte Staatssekretär Karl-Josef Laumann (MdB, CDU) am Ende eines diskussionsreichen Nachmittages um die öffentliche Anerkennung von Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Freiwilligem Sozialen Jahr (FSJ) vor rund 90 anwesenden Freiwilligen aus dem Bistum Münster.

Als einer von acht Gästen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik stellte sich Laumann beim Polit-Talk der Trägergesellschaft Freiwillige Soziale Dienste (FSD) im Bistum Münster gGmbH dem Thema Anerkennungskultur für FSJ und BFD. Ebenso diskussionsfreudig dabei waren Sybille Benning (MdB, CDU), Jürgen Coße (MdB, SPD), Maria Klein-Schmeinck (MdB, B90/Grüne), Kathrin Vogler (MdB, Die Linke), Robert von Olberg (SPD), Jörg Berens (FDP) und Moritz Körner (Junge Liberale NRW). Gut vorbereitet diskutierten rund 90 Freiwillige in kleinen Foren ihre Themen und Anliegen mit den Politikern in der Aula der Katholischen Studierenden Hochschulgemeinde (KSHG) in Münster.

Moderatorin Kerstin Stegemann, Vorsitzende des BDKJ Diözese Münster (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), sorgte dafür, dass die Gäste sich an jeder Diskussion beteiligten und sich anschließend zu den Ergebnissen positionierten. Die Freiwilligen berichteten von ihren Problemen im freiwilligen sozialen Einsatz. Für 400 Euro Taschengeld im Monat seien sie oftmals Ersatz für fehlendes Personal, ohne dafür gleichen Lohn zu erhalten. Das Freiwilligenengagement solle nicht bezahlt werden, aber sie möchten mehr Anerkennung für ihr gesellschaftliches Engagement. Die Freiwilligen forderten von der Politik eine gerechte Gleichstellung mit Azubis, Studenten oder Wehrdienstleistenden durch Ermäßigungen für Kulturveranstaltungen, Freizeitangeboten und dem Öffentlichen Nahverkehr.

Hier waren sich auch die Politiker parteiübergreifend über Nachbesserungen einig. „Der Wert Ihrer Arbeit ist kaum messbar“, betonte Sybille Benning. Die Politiker versprachen das Engagement der Freiwilligen durch bessere Rahmenbedingungen zu schützen. So schlug Kathrin Vogler vor, Gewerkschaften und Betriebsräte mehr in die Pflicht zu nehmen. Für die Freiwilligen war dieser direkte Austausch ihrer Themen mit Politikern im Vorfeld der anstehenden Wahlen besonders spannend.

Auch FSD-Geschäftsführerin Angelika Frank stellte den Wert der Veranstaltung für die jungen Erwachsenen heraus: „Der Freiwilligendienst ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für das Gemeinwohl. Politische Bildung und Partizipation sind Kernziele im FSJ und BFD als soziale Lerndienste.“ 

Text und Bilder: Freiwillige Soziale Dienste (FSD)